Auf große Resonanz stieß der Informationsabend von Bündnis 90/Die Grünen zur Zukunft der Gesundheitsversorgung im Gemeindehaus in Weingarten

Weingarten. Viele Bürgerinnen und Bürger aus Weingarten sowie zahlreiche interessierte Gäste aus den umliegenden Gemeinden waren der Einladung gefolgt.

Zu Beginn stellte sich die Landtagsdirektkandidatin Sarah Bolz den Anwesenden vor. In ihrem Beitrag machte sie deutlich, dass eine verlässliche Gesundheitsversorgung – insbesondere im ländlichen Raum – für sie eine Frage der Gerechtigkeit und der Zukunftsfähigkeit sei. Sie betonte, dass dieses Thema eng mit weiteren Politikfeldern verknüpft sei, etwa mit einem gut ausgebauten öffentlichen Personennahverkehr und insgesamt gleichwertigen Lebensverhältnissen in Stadt und Land.

Im Anschluss referierte Armin Grau, Mitglied des Deutschen Bundestages, zu aktuellen Herausforderungen und Reformansätzen im Gesundheitswesen. Kritisch hob er die bislang unzureichende Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung hervor. Zugleich sprach er sich dafür aus, Medizinische Versorgungszentren (MVZ) künftig gezielt auszubauen – auch und gerade im ländlichen Raum –, um die Versorgung langfristig zu sichern und ärztliche Arbeit besser zu organisieren.

In der anschließenden Diskussionsrunde griffen die Teilnehmenden zahlreiche Aspekte des Vortrags auf. Thematisiert wurden unter anderem die lange Zeit als problematisch empfundene Budgetobergrenze im hausärztlichen Bereich, die inzwischen abgeschafft wurde, sowie die teilweise weiten Wege und zeitkritischen Situationen, wenn der Rettungsdienst nicht rechtzeitig vor Ort sein kann. Ebenfalls diskutiert wurde die Frage, inwiefern die Zuwanderung von Fachkräften dazu beiträgt, die Versorgung in einzelnen Abteilungen und Kliniken spürbar zu verbessern.

Zum Abschluss betonte Armin Grau, dass es trotz bestehender Herausforderungen berechtigten Anlass zu Zuversicht gebe. Die Aufgaben seien klar benannt und müssten weiter bearbeitet werden, insgesamt könne jedoch auf eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung aufgebaut werden. Mit diesem positiven Ausblick endete ein informativer Abend, der bei den Anwesenden auf reges Interesse und Zustimmung stieß.